Selbstbräuner (engl. self-tanners) sind kosmetische Produkte, die durch eine reversible Pigmentierung der obersten Hautschichten einen gebräunten Teint erzeugen. Der häufigste Wirkstoff ist Dihydroxyaceton (DHA), oft kombiniert mit Erythrulose zur natürlicheren Farbwirkung. DHA reagiert mit Aminosäuren der Hornschicht und bildet melanoideähnliche Verbindungen; die Wirkung ist rein physikalisch-kosmisch und nicht mit einer Melaninproduktion verbunden.
Vorbereitung und Technik: Für ein gleichmässiges Ergebnis ist die Vorbereitung entscheidend. Empfohlen wird vorheriges sanftes Peeling, Entfernung überschüssiger Feuchtigkeitscremes sowie Nägel und Augenbrauen abdecken. Beim Auftragen sind spezielle Handschuhe oder ein Applikator sinnvoll, um streifenfreie Flächen zu erzielen. Produkte mit leichter Textur (Schaum oder Lotion) sind für Körperflächen geeignet, während speziell formulierte Gesichtsbräuner dünn und ölärmer sind, um Porenverstopfung zu vermeiden.
Sicherheit und Verträglichkeit: In der Apotheke wird auf Hauttyp, Allergien und gleichzeitig verwendete Dermatika geachtet. Bei Anwendung von Retinoiden, Fruchtsäurepeelings oder nach chemischen Peels ist Vorsicht geboten, da erhöhte Hautempfindlichkeit zu ungleichmässiger Bräunung oder Irritation führen kann. Vor der flächigen Anwendung empfiehlt sich ein Patch-Test am Unterarm. Produkte sollten gemäss Herstellerangaben gelagert und nach Ablaufdatum nicht mehr verwendet werden. Kontakt mit Augen und Schleimhäuten vermeiden.
Wirkdauer und Entfernung: Die Bräune hält in der Regel mehrere Tage und verblasst mit der natürlichen Hautabschuppung. Feuchtigkeitspflege kann das Verblassen verlangsamen; intensive Peelings oder Schwimmen in chlorhaltigem Wasser können die Farbe schneller reduzieren. Zum Entfernen oder Angleichen eignen sich sanfte Peelings und gründliches Waschen.
Produktauswahl und Qualitätskriterien: Apothekenorientierte Produkte erfüllen hohe Anforderungen an Hautverträglichkeit und Stabilität. Auf Inhaltsstoffe, pH-Stabilität und Vorhandensein geeigneter Hilfsstoffe (Feuchthaltemittel, hautberuhigende Komponenten) achten. Für empfindliche Haut sind parfümfreie Varianten mit niedrigeren DHA-Konzentrationen empfehlenswert. Beratung in der Apotheke hilft bei Auswahl, Anwendungshinweisen und bei Fragen zu Wechselwirkungen mit verschreibungspflichtigen Präparaten.
Praktische Tipps: Vor besonderem Anlass frühzeitig testen, Schichtaufbau langsam steigern für natürliche Intensität und bei ungleichmässiger Verfärbung mit mildem Peeling korrigieren. Die Kombination mit Sonnenschutz ist weiterhin wichtig: Selbstbräuner bieten keinen UV-Schutz und ersetzen kein Sonnen- oder Schutzverhalten.