Scharlach

Plötzlich rote Flecken – was steckt dahinter?

Scharlach klingt wie eine Krankheit aus vergangenen Tagen, doch tatsächlich sind noch immer viele Menschen betroffen, besonders Kinder. Hinter den typischen Symptomen wie Halsschmerzen und Hautausschlag verbirgt sich eine bakterielle Infektion, die mehr sein kann als nur eine harmlose Kinderkrankheit. Doch was macht Scharlach so besonders und wie sollten Sie am besten handeln?

Was ist Scharlach?

Scharlach ist eine weitverbreitete bakterielle Infektion, von der vor allem Kinder häufig betroffen sind. Verantwortlich dafür sind Gruppe-A-Streptokokken, Bakterien, die sich vorwiegend im Mund- und Rachenraum ansiedeln.

Unter normalen Umständen verursachen sie keine Beschwerden, doch wenn diese Bakterien bestimmte Giftstoffe, sogenannte Toxine, bilden, kann es zu einer Erkrankung kommen, die sich durch Entzündungen, Fieber und charakteristische Hautrötungen bemerkbar macht. Diese Toxine bewirken eine vermehrte Durchlässigkeit der Blutgefässe, wodurch die typischen Symptome der Krankheit erklärt werden können.

Interessanterweise gibt es verschiedene Varianten dieser von den Streptokokken produzierten Toxine. Aufgrund dieser Vielfalt ist es möglich, dass eine Person mehrmals an Scharlach erkrankt, da der Körper nach einer Erkrankung nur gegen das jeweils verantwortliche Toxin eine Immunität entwickelt.

Scharlach: Welche Symptome sind typisch?

Typischerweise äussert sich Scharlach ein bis drei Tage nach der Ansteckung durch eine Reihe spezifischer Beschwerden, die vor allem den Rachen, die Haut und das allgemeine Befinden betreffen. Zu den häufigsten ersten Anzeichen gehören heftige Halsschmerzen, die mit Schmerzen beim Schlucken einhergehen, sowie Fieber, das oft zusammen mit Schüttelfrost auftritt. Gleichzeitig kann eine deutliche Abgeschlagenheit auftreten.

Besonders bei jüngeren Kindern zählen Bauchschmerzen und gelegentlich auch Übelkeit mit Erbrechen zum Krankheitsbild. Zudem treten häufig geschwollene Mandeln und vergrösserte Lymphknoten im Halsbereich auf. Dies weist auf die aktive Immunantwort des Körpers gegen die Infektion hin.

Ein charakteristisches Symptom von Scharlach ist die sogenannte „Himbeerzunge“. Sie beginnt mit einem weissen Belag, der sich nach einigen Tagen in ein kräftig rotes Erscheinungsbild verwandelt. Rund zwei Tage nach den ersten Beschwerden entwickelt sich in der Regel ein Hautausschlag, der durch zahlreiche kleine, zunächst rosa und später intensiv rote Pünktchen gekennzeichnet ist. Diese Punkte sind oft rau und fühlen sich ähnlich wie Sandpapier an. Der Ausschlag beginnt meist am Rumpf und breitet sich innerhalb weniger Tage auch auf Hals, Hände und Füsse aus. Dabei bleiben Bereiche wie das Mund-Kinn-Dreieck, die Handinnenflächen und die Fusssohlen typischerweise ausgespart.

Besonders auffällig ist die Rötung der Wangen, die im Kontrast zur blassen Haut um den Mund steht. Während der Ausschlag nach etwa einer Woche langsam zurückgeht, zeigt sich in den folgenden Wochen häufig eine Hautabschuppung, vor allem an den Handflächen, Fingerkuppen, Fusssohlen und Zehenenden. Je nach Person können diese Symptome mild ausfallen und kaum störend sein oder stark mit intensivem Krankheitsgefühl, Halsschmerzen, hohem Fieber und deutlich sichtbarem Hautausschlag einhergehen. 

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  • Nicht alle Menschen, die den Erreger in sich tragen, erkranken tatsächlich. Bei etwa jedem Fünften befinden sich die Bakterien im Rachen, ohne dass Beschwerden auftreten.
  • Scharlach wird durch Bakterien und nicht durch Viren verursacht. Deshalb gibt es keine herkömmliche Impfung, wie sie bei viralen Infektionen üblich ist.

Wie wird Scharlach übertragen?

Scharlach wird durch Bakterien aus der Gruppe der A-Streptokokken verursacht, die während einer akuten Erkrankung vor allem im Rachenraum der Betroffenen in grosser Anzahl vorhanden sind. Diese Erreger verbreiten sich hauptsächlich durch winzige Tröpfchen, die beim Sprechen, Husten oder Niesen freigesetzt werden. Wenn andere Menschen diese infektiösen Tröpfchen einatmen, gelangen die Bakterien in ihren Körper und können eine Infektion auslösen. Das macht die Übertragung von Scharlach besonders leicht und erklärt, warum die Krankheit häufig in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten auftritt.

Die Ansteckungsgefahr ist vor allem in den kühlen Monaten erhöht, wenn sich viele Menschen in geschlossenen Räumen aufhalten und Atemwegsinfektionen generell häufiger auftreten. Auch wenn eine Person keine offensichtlichen Krankheitssymptome zeigt, können die Bakterien bereits übertragen werden.

Neben der direkten Übertragung durch die Luft spielt auch die Berührung von erregerhaltigen Sekreten eine Rolle: wenn ein kontaminiertes Objekt angefasst und anschliessend Mund oder Nase berührt werden, besteht ebenfalls eine Infektionsgefahr. Seltener ist die Aufnahme von verunreinigten Lebensmitteln oder Wasser. 

Hatten Sie selbst schon einmal Scharlach?

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Wie lange ist Scharlach ansteckend?

Bei Scharlach hängt die Dauer der Ansteckungsfähigkeit entscheidend davon ab, ob eine Behandlung mit Antibiotika erfolgt. Ohne Therapie besteht die Infektionsgefahr bis zu drei Wochen, da die Bakterien in dieser Zeit weiterhin übertragen werden können. Sobald eine antibiotische Behandlung begonnen wurde, reduziert sich das Risiko, andere anzustecken, bereits nach etwa 24 Stunden deutlich.

Um die Ansteckungszeit zu verkürzen und eine Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern, ist es wichtig, die Medikamente genau nach Anweisung einzunehmen. In der Regel dürfen Kinder, die an Scharlach erkrankt sind, nach zwei Tagen unter Therapie wieder in den Kindergarten oder die Schule zurückkehren, da dann keine Ansteckungsgefahr mehr besteht.

Ist Scharlach gefährlich?

Scharlach zählt zu den Infektionskrankheiten, bei denen eine ärztliche Abklärung ratsam ist, da er ohne gezielte Behandlung zu Komplikationen führen kann. Obwohl die Erkrankung in vielen Fällen mild verläuft, besteht ohne geeignete Therapie das Risiko, dass sich die Bakterien im Körper weiter ausbreiten und Entzündungen an verschiedenen Organen und Geweben verursachen. Die rechtzeitige Einnahme von Antibiotika wirkt symptomlindernd, verhindert eine Verschlimmerung der Infektion und eine Übertragung auf andere Personen.

In sehr seltenen Fällen kann Scharlach jedoch zu ernsten Gesundheitsproblemen führen, die über den üblichen Krankheitsverlauf hinausgehen. Dazu gehören neben eitrigen Entzündungen der Mandeln auch Lungen- oder Mittelohrentzündungen sowie entzündliche Reaktionen in Gelenken und am Herzen, die durch eine übermässige Immunantwort verursacht werden.

Besonders kritisch sind Verläufe, bei denen Bakterien in die Blutbahn gelangen und eine lebensbedrohliche Blutvergiftung (Sepsis) oder ein toxisches Schocksyndrom auslösen. Solche Komplikationen sind zwar selten, erfordern aber eine sofortige medizinische Behandlung. 

Was man gegen Scharlach tun kann: wirksame Tipps

  • Bei Scharlach ist es wichtig, den Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen. Insbesondere bei Fieber sind Wasser, verdünnte Fruchtsäfte oder Kräutertees, wie zum Beispiel Lindenblütentee, der mit Honig gesüsst werden kann, empfehlenswert. So beugen Sie einer Austrocknung vor und unterstützen Ihren Heilungsprozess.
  • Weiche oder flüssige Nahrung wie Suppen, Breie oder Joghurt ist bei Schluckbeschwerden besonders hilfreich, da sie den Hals nicht zusätzlich reizen. Achten Sie darauf, salzarme und eiweissarme Kost zu bevorzugen, um den Verdauungstrakt nicht unnötig zu belasten.
  • Bettruhe ist ein wesentlicher Bestandteil der Genesung, vor allem, wenn Sie Fieber haben. Schonung gibt Ihrem Organismus die Möglichkeit, die Infektion effektiv zu bekämpfen und die Beschwerden schneller zu lindern.
  • In den ersten zwei Tagen der Antibiotikagabe sollten Sie den Kontakt zu anderen Menschen möglichst vermeiden, um eine Weiterverbreitung der Bakterien zu verhindern. So schützen Sie Ihr Umfeld vor der Ansteckung.
  • Beim Husten oder Niesen sollten Sie unbedingt Abstand zu anderen halten, sich von ihnen abwenden und auf Händeschütteln oder direkte Berührungen verzichten. Nutzen Sie stattdessen Einmaltaschentücher oder die Armbeuge als Husten- oder Nies-Unterlage.
  • Entsorgen Sie gebrauchte Taschentücher umgehend in einem Müllbehälter mit Deckel, um eine Kontamination von Oberflächen oder anderen Personen zu vermeiden.
  • Regelmässiges und gründliches Händewaschen mit Seife ist eine der wirksamsten Massnahmen, um die Verbreitung der Infektion einzudämmen. Waschen Sie Ihre Hände insbesondere nach dem Husten, Niesen oder Naseputzen.
  • Vermeiden Sie während der Erkrankung das Teilen von Gegenständen wie Trinkgläsern, Besteck, Handtüchern oder Spielzeug, um eine Übertragung der Bakterien zu verhindern.
  • Wenn Sie Halsschmerzen verspüren, können Gurgellösungen aus Heilpflanzen wie Salbei oder Eibisch unterstützend wirken. Auch warme Halswickel können dazu beitragen, die Schmerzen und die Entzündung zu lindern.
  • Antibiotika können das Gleichgewicht der Darmflora beeinträchtigen. Um dem entgegenzuwirken, sollten Sie während und nach der Behandlung Joghurt oder andere probiotische Lebensmittel in Ihren Speiseplan aufnehmen. Achten Sie darauf, diese zeitlich versetzt zur Einnahme des Antibiotikums zu konsumieren.
  • Auch zu Hause kann regelmässiges Lüften helfen, die Konzentration von Krankheitserregern in der Luft zu reduzieren. Sorgen Sie mehrmals täglich für frische Luft, um die Heilung zu unterstützen.
  • Wechseln Sie die Bettwäsche, Handtücher und Kleidung der erkrankten Person häufig und waschen Sie diese bei mindestens 60 °C, um Keime effektiv abzutöten.
  • Folgen Sie den Anweisungen Ihres Arztes genau und setzen Sie Antibiotika nicht eigenmächtig ab, auch wenn die Beschwerden rasch nachlassen. Nur so kann der Heilungsprozess sicher abgeschlossen und das Risiko von Komplikationen minimiert werden.

Dank gezielter antibiotischer Behandlung ist Scharlach heute gut heilbar und hat somit seinen früheren Schrecken verloren. Für einen unkomplizierten Verlauf ist es jedoch entscheidend, die Symptome frühzeitig zu erkennen und umgehend einen Arzt aufzusuchen.