Aphthen sind kleine entzündliche Veränderungen der Mundschleimhaut, die in der Regel rund oder oval geformt sind. Typisch ist eine helle, meist weissliche Fläche in der Mitte, die von einem geröteten Rand umgeben ist. Diese schmerzhaften Stellen treten bevorzugt an den weichen Geweben im Mundinneren auf, zum Beispiel an der Wangeninnenseite, an den Lippen, der Zunge, dem Gaumen oder dem Zahnfleisch.
Obwohl sie meist harmlos sind und ohne besondere Behandlung von selbst verschwinden, empfinden viele Betroffene sie als äusserst störend, besonders beim Sprechen, Kauen oder Schlucken. Die Grösse der Aphthen kann stark variieren. Während manche nur wenige Millimeter gross sind, erreichen andere mehrere Zentimeter.
Aphthen gehören zu den häufigsten Schleimhautveränderungen im Mundbereich und können entweder einzeln oder mehrfach gleichzeitig auftreten. Ein wiederholtes Auftreten ist auch möglich – man spricht dann von einer chronischen Verlaufsform. Da hinter hartnäckigen oder besonders ausgeprägten Aphthen mitunter auch ernstere Gesundheitsprobleme stecken können, sollte bei unklaren oder langanhaltenden Symptomen ärztlicher Rat eingeholt werden.
Aphthen können in verschiedenen Formen auftreten, die sich in Ausmass, Anzahl und Verlauf unterscheiden. Grundsätzlich unterscheidet man drei Haupttypen. Am weitesten verbreitet ist die sogenannte Minor-Form. Dabei handelt es sich um kleine, oberflächliche Schleimhautveränderungen, die meist in geringer Zahl auftreten. Diese Form gilt als eher harmlos und bildet sich in der Regel innerhalb weniger Tage bis etwa zwei Wochen zurück.
Seltener, aber deutlich ausgeprägter sind die sogenannten Major-Aphthen. Sie erreichen eine grössere Ausdehnung und sind mit intensiveren Schmerzen verbunden. Da sie tiefer ins Gewebe eindringen, dauert der Heilungsprozess oft mehrere Wochen und kann mit Narbenbildung einhergehen. Eine weitere, eher seltene Ausprägung ist die Variante mit herpesähnlichem Erscheinungsbild. Sie ist durch zahlreiche sehr kleine Veränderungen gekennzeichnet, die sich in Gruppen über die gesamte Mundschleimhaut verteilen können. Trotz ihrer geringen Grösse verursachen sie oft erhebliche Probleme, da sie dicht beieinanderliegen und gelegentlich zusammenfliessen.
Darüber hinaus gibt es Menschen, bei denen Aphthen immer wiederkehren. Diese Form wird von Fachleuten als chronisch-rezidivierend bezeichnet. Sie tritt besonders häufig bei jüngeren Personen und bei Frauen auf. Mit zunehmendem Alter lässt die Neigung zur Bildung solcher Läsionen häufig nach.
Zu den ersten Anzeichen von Aphthen zählen oft Missempfindungen wie ein unangenehmes Kribbeln oder Brennen, die bereits spürbar sind, noch bevor sich eine sichtbare Veränderung der Schleimhaut zeigt. Viele Betroffene berichten zudem von einem spannungsartigen Druckgefühl an der betreffenden Stelle.
Im weiteren Verlauf entwickeln sich häufig deutliche Schmerzen, die sich durch Berührung oder mechanische Belastung verstärken. So kann etwa der Verzehr von säurehaltigen oder scharf gewürzten Speisen das Schmerzempfinden intensivieren, ebenso wie Bewegungen beim Sprechen oder Kauen. Bei schweren Verlaufsformen – etwa bei grossflächigen oder tief in die Schleimhaut reichenden Aphthen – kann zusätzlich das Allgemeinbefinden beeinträchtigt sein. In solchen Situationen berichten einige Betroffene über Fieber, geschwollene Lymphknoten oder ein allgemeines Krankheitsgefühl. Selten kommt es bei ausgeprägten Läsionen zu einer Narbenbildung nach der Abheilung.
Auch Anzahl und Anordnung der Aphthen können Rückschlüsse auf die jeweilige Ausprägung geben. Während manche Formen einzeln auftreten, zeigen sich bei anderen – wie bei der sogenannten herpesähnlichen Variante – sehr viele stecknadelkopfgrosse Läsionen gleichzeitig. Diese ähneln optisch einer Herpesinfektion, sind virologisch jedoch nicht damit verwandt. Bei rezidivierenden (wiederkehrenden) Aphthen berichten Betroffene zudem häufig von einem immer wieder ähnlichen Verlauf mit vergleichbarem Schmerzprofil und typischen Lokalisationen.
Die genauen Auslöser von Aphthen im Mund sind bisher nicht abschliessend geklärt. Es gibt jedoch eine Reihe von Faktoren, die ihre Entstehung begünstigen können. Bei vielen Betroffenen scheint eine genetische Komponente eine Rolle zu spielen, das heisst, wenn enge Angehörige betroffen sind, ist das Risiko, selbst daran zu erkranken, erhöht.
Darüber hinaus scheint die Reaktion der Mundschleimhaut auf äussere Reize entscheidend zu sein. Kleine Verletzungen im Mundraum, beispielsweise durch Bisse, schlecht angepasste Zahnprothesen, harte Zahnbürsten oder invasive zahnärztliche Behandlungen, können zur Bildung der schmerzhaften Läsionen beitragen. Auch hormonelle Veränderungen, wie sie während einer Schwangerschaft auftreten, stehen im Verdacht, das Risiko zu erhöhen.
Zudem kann eine unzureichende Versorgung mit bestimmten Nährstoffen – insbesondere Eisen, Zink, Folsäure und Vitamin B12 – die Schleimhaut anfälliger machen. Solche Defizite treten nicht selten im Rahmen einer Blutarmut auf. Ebenso können individuelle Unverträglichkeiten oder Reaktionen auf bestimmte Nahrungsmittel, wie Schokolade, Kaffee oder scharf gewürzte Speisen, eine Rolle spielen.
Ein weiterer möglicher Einflussfaktor ist das körpereigene Immunsystem: ist dieses geschwächt – etwa infolge chronischer Erkrankungen oder starker Belastungen –, kann sich die Schleimhaut weniger gut gegen Reizungen zur Wehr setzen. Auch seelischer Druck gilt als verstärkender Faktor, da psychischer Stress sowohl das Immunsystem beeinträchtigen als auch die Regenerationsfähigkeit der Schleimhaut herabsetzen kann.
Einige Experten vermuten zudem, dass Inhaltsstoffe wie Natriumlaurylsulfat in Zahncremes den Heilungsprozess verlangsamen oder eine bestehende Empfindlichkeit verstärken können. Schliesslich gibt es Hinweise, dass auch chronisch-entzündliche Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sowie seltene Gefässerkrankungen wie Morbus Behçet ähnliche Veränderungen der Mundschleimhaut hervorrufen können.
Da Aphthen nicht durch ansteckende Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien verursacht werden, sind sie auch nicht übertragbar. Daher besteht keine Ansteckungsgefahr durch direkten Kontakt, die gemeinsame Nutzung von Besteck oder durch Küssen. Auch wenn sie entzündlich erscheinen, sind sie rein lokal begrenzt und gehen nicht mit einer Infektionsgefahr einher. Selbst bei wiederholtem Auftreten bleibt das Risiko für das Umfeld ausgeschlossen. Aphthen entwickeln sich unabhängig von einer Ansteckung und treten in der Regel spontan bei einzelnen Personen auf.
Ein Arztbesuch ist bei Aphthen in der Regel nicht notwendig, da sie meist harmlos verlaufen und nach kurzer Zeit von selbst abklingen. Dennoch gibt es Situationen, in denen eine medizinische Abklärung sinnvoll sein kann. Wenn die Schleimhautveränderungen besonders häufig auftreten oder in immer kürzeren Abständen wiederkehren, sollte überprüft werden, ob eine zugrunde liegende Erkrankung vorliegt.
Das Gleiche gilt für sehr grosse oder zahlreiche Aphthen, wie sie bei bestimmten Sonderformen vorkommen können. Auch hier empfiehlt sich eine ärztliche Kontrolle, um mögliche Komplikationen zu vermeiden. Darüber hinaus sollte ärztlicher Rat eingeholt werden, wenn zusätzlich allgemeine Symptome wie Fieber oder anhaltende Erschöpfung auftreten oder sich die Schleimhautveränderungen trotz mehrerer Wochen nicht bessern.
Ja, es gibt einige Möglichkeiten, das Risiko für das Entstehen von Aphthen zu verringern. In erster Linie sollte man reizende oder verletzende Einflüsse auf die Mundschleimhaut möglichst vermeiden. Beispielsweise kann es hilfreich sein, eine Zahnbürste mit weichen Borsten zu verwenden und auf eine schonende Zahnreinigung zu achten. Auch die Wahl der Zahnpasta ist wichtig: Produkte ohne Schaumbildner wie Sodium Lauryl Sulfat gelten als besser verträglich für empfindliche Personen.
Darüber hinaus kann auch die Ernährung eine wichtige Rolle spielen. Eine abwechslungsreiche und nährstoffreiche Ernährung versorgt den Körper mit wichtigen Vitaminen und Spurenelementen, insbesondere mit Folsäure, Eisen und Vitamin B12. Ein Mangel dieser Nährstoffe wird mit einer erhöhten Aphthenneigung in Verbindung gebracht. Wer bestimmte Lebensmittel bewusst meidet, sollte darauf achten, mögliche Nährstofflücken auszugleichen.
Auch bei wiederholtem Auftreten lohnt es sich, mögliche individuelle Auslöser zu beobachten. Einige Menschen reagieren beispielsweise empfindlich auf bestimmte Nahrungsmittel wie Nüsse, Zitrusfrüchte oder stark gewürzte Speisen. Ebenso können mechanische Reize, wie eine schlecht sitzende Zahnspange oder das Beissen auf die Wangeninnenseite, eine Rolle spielen. In solchen Situationen kann es sinnvoll sein, Anpassungen vorzunehmen oder zahnärztlichen Rat einzuholen.
Aphthen sind zwar meist unschädlich, ihre Symptome können jedoch sehr schmerzhaft sein. Deshalb ist es entscheidend, frühzeitig zu reagieren und Reizfaktoren zu vermeiden.