Erkältungen (grippaler Infekt) sind meist durch Rhinoviren oder andere Atemwegsviren verursacht. Die Behandlung ist primär symptomatisch: Linderung von Husten, Reduktion von Fieber und Schmerz sowie Verbesserung der Nasenatmung stehen im Vordergrund. In der Apotheke erhältliche, rezeptfreie Produkte dienen der kurzzeitigen Symptomkontrolle; bei Unsicherheiten sind Apotheker und Ärztinnen/Ärzte wichtige Ansprechpartner. Swissmedic reguliert in der Schweiz die Arzneimittelzulassung und Produktinformationen; viele gängige Präparate sind als OTC (over the counter) klassifiziert oder apothekenpflichtig.
Bewährte Massnahmen umfassen paracetamol oder nichtsteroidale Antirheumatika zur Fiebersenkung und Schmerzlinderung, abschwellende Nasentropfen oder -sprays für kurze Anwendungsdauer sowie Hustenstiller oder hustenlösende Mittel je nach Hustenart. Nasenspülungen mit physiologischer Kochsalzlösung sind sicher und können die Schleimhäute befeuchten. Bei Kindern und Schwangeren sind Anwendungsempfehlungen und Dosierungen besonders wichtig; manche Wirkstoffe sind kontraindiziert oder nur eingeschränkt empfohlen.
Hausmittel und ergänzende Massnahmen wie schonendes Inhalieren mit Kochsalzlösung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Ruhe, Halswickel und Honig (nicht bei Kindern unter 1 Jahr) können Symptome mildern. Nahrungsergänzungen wie Vitamin C zeigen in Metaanalysen meist nur geringe Effekte auf Dauer und Schwere, während Zink bei sehr frühem Beginn die Dauer leicht verkürzen kann; die Datenlage ist heterogen. Antibiotika sind bei viralen Erkältungen nicht indiziert und sollten nur bei sekundären bakteriellen Infektionen nach ärztlicher Diagnose eingesetzt werden.
Sicherheitsaspekte sind zentral: Abschwellende Wirkstoffe (z. B. oral eingenommene Sympathomimetika) können bei Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder bestimmten Medikamenten kontraindiziert sein. Paracetamol darf die empfohlene Tagesdosis nicht überschreiten; NSAR haben gastrointestinale und kardiovaskuläre Risiken. Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und Vorerkrankungen sollten vor Einnahme geprüft werden. Bei hohem Fieber, Atemnot, Brustschmerzen, neurologischen Ausfällen oder anhaltender Verschlechterung ist umgehend medizinische Abklärung erforderlich. Apotheken bieten individuelle Beratung zu Dosierung, Anwendungsdauer und Wechselwirkungen an und unterstützen bei der Entscheidung, wann ein Arztbesuch notwendig ist.