Borreliose

Wenn der Zeckenstich Spuren hinterlässt

Ein Aufenthalt in der Natur tut Körper und Seele gut, doch gerade in Wäldern und Wiesen besteht die Gefahr, sich durch Zecken mit Borreliose-Erregern zu infizieren. Diese winzigen Parasiten stechen oft unbemerkt zu und können ernsthafte Krankheiten übertragen. Doch welche Schutzmassnahmen helfen und wie erkennt man eine Infektion frühzeitig?

Was ist Borreliose?

Borreliose, auch Lyme-Borreliose genannt, ist eine durch Bakterien der Gattung Borrelia verursachte Infektionskrankheit. Sie wird vor allem durch Zeckenstiche auf den Menschen übertragen. Diese schraubenförmigen Erreger kommen weltweit in gemässigten Klimazonen vor und befallen neben Menschen auch verschiedene Tiere, beispielsweise Mäuse, Vögel oder Füchse. Die Häufigkeit infizierter Zecken variiert regional stark, dennoch löst nicht jeder Stich einer infizierten Zecke auch eine Borreliose aus.

Der Verlauf der Erkrankung ist in verschiedene Phasen gegliedert, die mit einer Entzündungsreaktion der Haut nahe der Einstichstelle beginnen. Im weiteren Verlauf können die Erreger auf Gelenke und Organe übergreifen, wobei die Symptome sehr unterschiedlich ausfallen können. Während oftmals nur milde Beschwerden auftreten, können sich die Bakterien auch systemisch im Körper ausbreiten und etwa das Nervensystem oder die Haut nachhaltig beeinflussen. 

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  • Die Borreliose ist keine neue Erkrankung, denn sie ist bereits seit mehr als einem Jahrhundert bekannt.
  • Ein Zeckenstich führt jedoch nicht automatisch zur Erkrankung, da viele Menschen trotz infizierter Zecke gesund bleiben.
  • Wird die Zecke innerhalb der ersten 24 Stunden entfernt, ist das Risiko einer Infektion mit Borrelien sehr gering.
  • Spätfolgen können sich erst nach Monaten oder sogar Jahren bemerkbar machen und dabei unter anderem Herz und Gehirn betreffen.
  • In rund 90 Prozent der Fälle zeigt sich zu Beginn eine charakteristische Hautrötung, die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans).

Wie äussert sich eine Borreliose?

Die Borreliose äussert sich häufig zunächst durch eine Hautrötung in der Nähe der Einstichstelle, die sich einige Tage bis Wochen nach einem Zeckenstich entwickelt. Die rötliche Verfärbung breitet sich ringförmig aus, erreicht oft einen Durchmesser von mehr als fünf Zentimetern und bleibt in der Mitte meist heller als am Rand. Dieses typische Erscheinungsbild wird als „Wanderröte“ bezeichnet und kann auch an anderen Körperstellen wie dem Kopf oder den Beinen auftreten.

In der Regel juckt die Rötung nicht, jedoch können auch grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Muskelschmerzen und allgemeine Abgeschlagenheit auftreten. Diese können auf eine Infektion hinweisen, selbst wenn kein Hautausschlag sichtbar ist. In seltenen Fällen können ausserdem knotige oder blaurote Hautschwellungen vor allem an den Ohren oder im Genitalbereich auftreten.

Welche Massnahmen ergreifen Sie, um sich vor Borreliose zu schützen?

lange Kleidung tragen
Zeckenspray benutzen
den Körper nach Spaziergängen absuchen
mehrere Massnahmen
ich mache nichts Besonderes
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Ist eine Borreliose heilbar?

In der Regel lässt sich Borreliose erfolgreich mit Antibiotika behandeln. Die Chancen auf eine vollständige Genesung sind besonders hoch, wenn die Infektion rechtzeitig erkannt wird. Selbst wenn die Bakterien bereits das Gehirn oder das Nervensystem befallen haben, bestehen gute Aussichten auf eine Heilung, sodass die Erkrankung behandelbar ist.

Obwohl Borreliose an sich nicht lebensbedrohlich ist, kann eine verzögerte Behandlung zu dauerhaften Beeinträchtigungen führen, da wichtige Organe wie das Gehirn oder das Herz betroffen sein können.

Was ist an Borreliose so gefährlich?

Borreliose kann besonders gefährlich werden, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Die Erreger können verschiedene Organsysteme angreifen und dadurch schwerwiegende Folgen verursachen. So kann sich beispielsweise eine Entzündung des Nervensystems entwickeln, die sich durch brennende Nervenschmerzen sowie Begleiterscheinungen wie Taubheitsgefühle oder Sehstörungen äussert.

Ebenfalls möglich ist eine Gelenkentzündung, die vor allem die Knie betrifft und sich erst Monate oder Jahre nach dem Zeckenstich bemerkbar macht. Darüber hinaus können im Spätstadium chronische Hautveränderungen auftreten, die sich durch eine bläuliche, sehr dünne Haut an Armen, Beinen oder auch an Fingern und Zehen äussern.

Zudem besteht die Gefahr, dass auch das Herz durch eine seltene Entzündung betroffen wird, was zu Herzrhythmusstörungen führen kann. Die Spätfolgen der Borreliose sind vielfältig und können neben körperlichen Symptomen auch zu anhaltender Erschöpfung sowie zu Veränderungen von Stimmung und Verhalten führen.

Erschwerend kommt hinzu, dass es keinen sicheren Schutz gegen die Krankheit gibt, weshalb wiederholte Infektionen möglich sind. Wird die Erkrankung übersehen oder inadäquat behandelt, können die Bakterien im Körper verbleiben und verschiedene Organe schädigen. Im schlimmsten Fall kann dies zu dauerhaften Einschränkungen und Invalidität führen.

Ist Borreliose ansteckend?

Da Borreliose nicht von Mensch zu Mensch übertragen wird, ist sie nicht ansteckend. Eine Infektion erfolgt ausschliesslich durch den Biss infizierter Zecken. Dabei ist eine Übertragung der Bakterien erst nach mehreren Stunden des Blutsaugens möglich.

Daher ist es wichtig, Zecken schnell zu entfernen, um eine Infektion zu verhindern. Die Gefahr einer Ansteckung besteht vor allem beim Kontakt mit Zecken in der Natur, insbesondere in den Sommermonaten.

Wie wird eine Borreliose behandelt?

Die Behandlung von Borreliose erfolgt durch den gezielten Einsatz von Antibiotika. Welcher Wirkstoff eingesetzt wird und wie lange die Therapie dauert, hängt von der Ausdehnung der Infektion und den betroffenen Organen ab.

Im Frühstadium ist eine medikamentöse Behandlung in der Regel erfolgversprechend und führt häufig innerhalb weniger Wochen zu einer vollständigen Genesung. Bei einer fortgeschrittenen Erkrankung kann die Therapie komplexer ausfallen und eine längere oder wiederholte Gabe von Antibiotika erforderlich machen.

In der Regel kommen bei Erwachsenen Mittel wie Doxycyclin und bei Kindern Amoxicillin zum Einsatz. Diese werden in der Regel über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen oral eingenommen. Bei Beteiligung innerer Organe, Gelenke oder des Nervensystems kann eine intravenöse Verabreichung von Ceftriaxon notwendig sein, die teilweise auch ambulant durchgeführt werden kann. 

Ergänzend zur medikamentösen Behandlung kann physiotherapeutische Unterstützung sinnvoll sein, um funktionelle Einschränkungen bei neurologischen Ausfällen oder Gelenkbeschwerden zu reduzieren. Eine langfristige Antibiotikatherapie wird hingegen nicht empfohlen, da sie nicht zielführend ist.

Wie kann man Borreliose vorbeugen: hilfreiche Tipps

  • Vermeiden Sie es, sich in hohem Gras oder dichtem Unterholz aufzuhalten, da sich Zecken besonders in feuchten und schattigen Bereichen wie Laubstreu wohlfühlen und dort besonders aktiv sind. Nutzen Sie daher beim Spaziergang im Wald möglichst befestigte Wege.
  • Tragen Sie geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und langen Hosen, um Ihre Haut bestmöglich vor Zecken zu schützen. Ziehen Sie die Socken über die Hosenbeine, da Zecken oft an den Beinabschlüssen hochklettern.
  • Wählen Sie bei Aufenthalten in der Natur helle Kleidung, damit Zecken leichter erkannt und frühzeitig entfernt werden können, bevor sie sich festbeissen.
  • Setzen Sie insektenabweisende Mittel, sogenannte Repellentien, ein, die sowohl Stechmücken als auch Zecken abwehren können. Achten Sie auf gut getestete Produkte, um einen wirksamen Schutz zu gewährleisten.
  • Suchen Sie nach jedem Aufenthalt im Freien Ihren gesamten Körper gründlich nach Zecken ab. Konzentrieren Sie sich dabei besonders auf dünne Hautstellen wie Kniekehlen, Bauch, Brust, Achselhöhlen, den Schritt sowie bei Kindern auf den Kopf- und Nackenbereich.
  • Duschen Sie am besten noch am Abend nach dem Aufenthalt in der Natur, da sich Zecken, die sich noch auf der Haut befinden und noch nicht gestochen haben, so einfach abspülen lassen.
  • Sollten Sie eine Zecke entdecken, entfernen Sie diese umgehend vorsichtig mit einer feinen Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange. Dabei ist es wichtig, die Zecke nicht zu quetschen, um eine erhöhte Übertragungsgefahr von Erregern zu vermeiden.
  • Wenn beim Entfernen Teile der Zecke, wie der Stechapparat, in der Haut verbleiben, besteht keine erhöhte Infektionsgefahr, da diese mit der Zeit von der Haut abgestossen werden.
  • Vermeiden Sie es, Zecken mit Klebstoff, Öl oder Nagellackentferner abzutöten, da die Erreger auch nach dem Ersticken der Zecke noch übertragen werden können. 
  • Bedenken Sie, dass Zecken nicht nur in den Sommermonaten, sondern bereits bei Temperaturen über 8 °C aktiv sind. Auch in milden Winterperioden oder Anfang Frühjahr können sie aktiv sein.
  • Zecken klettern übrigens nicht von Bäumen herunter, sondern warten auf Gräsern und Sträuchern auf ihre Wirte. Daher ist vor allem an Waldrändern, auf Wiesen und im eigenen Garten Vorsicht geboten.
  • Beachten Sie ausserdem, dass die FSME-Impfung keinen Schutz vor Borreliose bietet, da diese durch Bakterien verursacht wird. Borreliose lässt sich jedoch gut mit Antibiotika behandeln, wenn sie frühzeitig erkannt wird.
  • Achten Sie darauf, Ihre Haustiere regelmässig auf Zeckenbefall zu kontrollieren und treffen Sie gegebenenfalls geeignete Schutzmassnahmen, da auch sie Zecken ins Haus bringen können.

Borreliose ist eine Erkrankung, die sich durch Vorsicht und Wissen gut verhindern lässt. Wer sich schützt und aufmerksam bleibt, kann die Zeit in der Natur unbeschwert geniessen.