Borreliose, auch Lyme-Borreliose genannt, ist eine durch Bakterien der Gattung Borrelia verursachte Infektionskrankheit. Sie wird vor allem durch Zeckenstiche auf den Menschen übertragen. Diese schraubenförmigen Erreger kommen weltweit in gemässigten Klimazonen vor und befallen neben Menschen auch verschiedene Tiere, beispielsweise Mäuse, Vögel oder Füchse. Die Häufigkeit infizierter Zecken variiert regional stark, dennoch löst nicht jeder Stich einer infizierten Zecke auch eine Borreliose aus.
Der Verlauf der Erkrankung ist in verschiedene Phasen gegliedert, die mit einer Entzündungsreaktion der Haut nahe der Einstichstelle beginnen. Im weiteren Verlauf können die Erreger auf Gelenke und Organe übergreifen, wobei die Symptome sehr unterschiedlich ausfallen können. Während oftmals nur milde Beschwerden auftreten, können sich die Bakterien auch systemisch im Körper ausbreiten und etwa das Nervensystem oder die Haut nachhaltig beeinflussen.
Die Borreliose äussert sich häufig zunächst durch eine Hautrötung in der Nähe der Einstichstelle, die sich einige Tage bis Wochen nach einem Zeckenstich entwickelt. Die rötliche Verfärbung breitet sich ringförmig aus, erreicht oft einen Durchmesser von mehr als fünf Zentimetern und bleibt in der Mitte meist heller als am Rand. Dieses typische Erscheinungsbild wird als „Wanderröte“ bezeichnet und kann auch an anderen Körperstellen wie dem Kopf oder den Beinen auftreten.
In der Regel juckt die Rötung nicht, jedoch können auch grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Muskelschmerzen und allgemeine Abgeschlagenheit auftreten. Diese können auf eine Infektion hinweisen, selbst wenn kein Hautausschlag sichtbar ist. In seltenen Fällen können ausserdem knotige oder blaurote Hautschwellungen vor allem an den Ohren oder im Genitalbereich auftreten.
In der Regel lässt sich Borreliose erfolgreich mit Antibiotika behandeln. Die Chancen auf eine vollständige Genesung sind besonders hoch, wenn die Infektion rechtzeitig erkannt wird. Selbst wenn die Bakterien bereits das Gehirn oder das Nervensystem befallen haben, bestehen gute Aussichten auf eine Heilung, sodass die Erkrankung behandelbar ist.
Obwohl Borreliose an sich nicht lebensbedrohlich ist, kann eine verzögerte Behandlung zu dauerhaften Beeinträchtigungen führen, da wichtige Organe wie das Gehirn oder das Herz betroffen sein können.
Borreliose kann besonders gefährlich werden, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Die Erreger können verschiedene Organsysteme angreifen und dadurch schwerwiegende Folgen verursachen. So kann sich beispielsweise eine Entzündung des Nervensystems entwickeln, die sich durch brennende Nervenschmerzen sowie Begleiterscheinungen wie Taubheitsgefühle oder Sehstörungen äussert.
Ebenfalls möglich ist eine Gelenkentzündung, die vor allem die Knie betrifft und sich erst Monate oder Jahre nach dem Zeckenstich bemerkbar macht. Darüber hinaus können im Spätstadium chronische Hautveränderungen auftreten, die sich durch eine bläuliche, sehr dünne Haut an Armen, Beinen oder auch an Fingern und Zehen äussern.
Zudem besteht die Gefahr, dass auch das Herz durch eine seltene Entzündung betroffen wird, was zu Herzrhythmusstörungen führen kann. Die Spätfolgen der Borreliose sind vielfältig und können neben körperlichen Symptomen auch zu anhaltender Erschöpfung sowie zu Veränderungen von Stimmung und Verhalten führen.
Erschwerend kommt hinzu, dass es keinen sicheren Schutz gegen die Krankheit gibt, weshalb wiederholte Infektionen möglich sind. Wird die Erkrankung übersehen oder inadäquat behandelt, können die Bakterien im Körper verbleiben und verschiedene Organe schädigen. Im schlimmsten Fall kann dies zu dauerhaften Einschränkungen und Invalidität führen.
Da Borreliose nicht von Mensch zu Mensch übertragen wird, ist sie nicht ansteckend. Eine Infektion erfolgt ausschliesslich durch den Biss infizierter Zecken. Dabei ist eine Übertragung der Bakterien erst nach mehreren Stunden des Blutsaugens möglich.
Daher ist es wichtig, Zecken schnell zu entfernen, um eine Infektion zu verhindern. Die Gefahr einer Ansteckung besteht vor allem beim Kontakt mit Zecken in der Natur, insbesondere in den Sommermonaten.
Die Behandlung von Borreliose erfolgt durch den gezielten Einsatz von Antibiotika. Welcher Wirkstoff eingesetzt wird und wie lange die Therapie dauert, hängt von der Ausdehnung der Infektion und den betroffenen Organen ab.
Im Frühstadium ist eine medikamentöse Behandlung in der Regel erfolgversprechend und führt häufig innerhalb weniger Wochen zu einer vollständigen Genesung. Bei einer fortgeschrittenen Erkrankung kann die Therapie komplexer ausfallen und eine längere oder wiederholte Gabe von Antibiotika erforderlich machen.
In der Regel kommen bei Erwachsenen Mittel wie Doxycyclin und bei Kindern Amoxicillin zum Einsatz. Diese werden in der Regel über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen oral eingenommen. Bei Beteiligung innerer Organe, Gelenke oder des Nervensystems kann eine intravenöse Verabreichung von Ceftriaxon notwendig sein, die teilweise auch ambulant durchgeführt werden kann.
Ergänzend zur medikamentösen Behandlung kann physiotherapeutische Unterstützung sinnvoll sein, um funktionelle Einschränkungen bei neurologischen Ausfällen oder Gelenkbeschwerden zu reduzieren. Eine langfristige Antibiotikatherapie wird hingegen nicht empfohlen, da sie nicht zielführend ist.
Borreliose ist eine Erkrankung, die sich durch Vorsicht und Wissen gut verhindern lässt. Wer sich schützt und aufmerksam bleibt, kann die Zeit in der Natur unbeschwert geniessen.
