Die Menstruation ist eine regelmässig wiederkehrende Blutung aus der Gebärmutter, die bei Mädchen und Frauen im gebärfähigen Alter auftritt. Im Alltag wird sie oft auch als Regel, Periode oder „die Tage“ bezeichnet. Dieses Geschehen ist ein Teil des Menstruationszyklus, der im Durchschnitt etwa alle vier Wochen abläuft.
Die erste Blutung, die sogenannte Menarche, tritt gewöhnlich zwischen dem 10. und 16. Lebensjahr auf und kennzeichnet den Beginn der Geschlechtsreife. Ab diesem Zeitpunkt ist eine Frau grundsätzlich in der Lage, schwanger zu werden. Die Blutung selbst entsteht, wenn die für eine mögliche Schwangerschaft aufgebaute Gebärmutterschleimhaut nicht benötigt wird und zusammen mit etwas Blut ausgeschieden wird.
Der Menstruationszyklus umfasst den Zeitraum von der ersten Blutung bis zum Beginn der nächsten. Zwar liegt der Durchschnitt bei rund 28 Tagen, dennoch können je nach Frau und Lebenssituation Abweichungen auftreten. Die Menstruationsflüssigkeit besteht aus Blut und abgestossenen Teilen der Gebärmutterschleimhaut.
Während der Menstruation durchläuft der weibliche Körper einen genau gesteuerten Vorgang, der eng mit den hormonellen Schwankungen im Zyklus verbunden ist. In der ersten Zyklushälfte, der sogenannten Follikelphase, baut sich zunächst die Gebärmutterschleimhaut auf, um im Falle einer Befruchtung ein günstiges Umfeld für die Eizelle zu schaffen. Dabei wächst im Eierstock ein Follikel, dessen Entwicklung vom follikelstimulierenden Hormon (FSH) angeregt wird.
Beim Eisprung (Ovulationsphase) wird eine reife Eizelle aus dem Eierstock freigesetzt und über den Eileiter in Richtung Gebärmutter transportiert. Parallel dazu übernimmt der sogenannte Gelbkörper in der Lutealphase die Produktion wichtiger Hormone wie Progesteron, wodurch der Progesteronspiegel ansteigt und die Schleimhaut noch stärker verdichtet wird, um eine mögliche Einnistung vorzubereiten.
Bleibt eine Befruchtung jedoch aus, bildet sich der Gelbkörper zurück und die Konzentration der Hormone sinkt. Infolge dieses Rückgangs beginnt sich die Schleimhaut wieder zu lösen. Damit einhergehend öffnen sich kleine Blutgefässe in der Gebärmutter, sodass das abgestossene Gewebe gemeinsam mit Blut nach aussen abgeführt wird. Dieses ausgeschiedene Gewebe und das Blut bilden das Menstruationsblut.
Während der Menstruation können sich zahlreiche Beschwerden bemerkbar machen, die sowohl den Körper als auch die Psyche betreffen. Am häufigsten treten krampfartige Schmerzen im Unterleib auf, die durch die Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur verursacht werden. Auch Rücken- oder Kopfschmerzen gehören zu den typischen Begleiterscheinungen. Zusätzlich leiden manche Frauen unter Brustspannen, das durch hormonelle Schwankungen ausgelöst wird und sich durch ziehende oder drückende Schmerzen äussern kann.
Darüber hinaus kommt es häufig zu Hautproblemen wie Akne oder Pickeln, da sich die Hormonspiegel während des Zyklus verändern und die Talgproduktion beeinflussen. Viele Frauen berichten ausserdem von Blähungen und Wassereinlagerungen, die sich durch einen aufgeblähten Bauch oder enger sitzende Kleidung bemerkbar machen. Begleitend können Verdauungsprobleme wie Durchfall oder Verstopfung auftreten, da auch der Darm auf hormonelle Veränderungen reagiert.
Ein weiteres häufiges Symptom ist Müdigkeit, die durch Blutverlust, Veränderungen des Blutzuckerspiegels oder Schlafstörungen infolge von Schmerzen und Unruhe verstärkt werden kann. Hinzu kommen emotionale Beschwerden: Stimmungsschwankungen, Gereiztheit oder sogar depressive Verstimmungen sind vor allem im Rahmen des prämenstruellen Syndroms (PMS) verbreitet. In schwereren Fällen, wie bei der prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS), können die seelischen Belastungen sehr stark ausgeprägt sein.
Die Dauer der Monatsblutung ist von Frau zu Frau unterschiedlich, liegt jedoch meist zwischen drei und sieben Tagen. Innerhalb dieses Zeitraums kann sich die Blutungsstärke verändern: oft ist sie anfangs intensiver und nimmt gegen Ende hin ab, manchmal kommt es auch zu kurzen Unterbrechungen.
Neben dem individuellen Rhythmus spielen Faktoren wie hormonelle Schwankungen, Lebensstil, Alter oder auch genetische Veranlagung eine Rolle bei der Länge der Regelblutung. In Phasen mit erhöhtem Stress, während der Pubertät oder bei veränderten Ernährungsgewohnheiten kann sich die Dauer zusätzlich verschieben. Blutet es allerdings regelmässig kürzer als drei oder länger als sieben Tage, ist es sinnvoll, dies ärztlich abklären zu lassen, da sich dahinter auch gesundheitliche Ursachen wie Zyklusstörungen oder Erkrankungen verbergen können.
Der Menstruationszyklus verläuft in mehreren Phasen, die durch Hormone gesteuert werden. In der Follikelphase reift im Eierstock ein Follikel heran, angeregt durch das follikelstimulierende Hormon (FSH). Mit dem Eisprung beginnt die Ovulationsphase, in der es zur Freisetzung einer Eizelle kommt. Danach folgt die Lutealphase, in der der Gelbkörper den Progesteronspiegel erhöht, um die Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Schwangerschaft vorzubereiten. Bleibt diese aus, sinken die Hormonwerte, und die Menstruation setzt ein.
Ein Menstruationszyklus gilt als unregelmässig, wenn die Abstände zwischen den Perioden ausserhalb des üblichen Rahmens liegen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die Regelblutung weniger als 25 Tage nach Einsetzen der letzten Menstruation erneut einsetzt oder sich um mehr als 35 Tage verzögert.
Auch das vollständige Ausbleiben der Periode, sehr häufige oder anhaltende Blutungen werden als Anzeichen einer Zyklusstörung gewertet. Zudem können Schwankungen auftreten, bei denen der Zyklus einmal sehr kurz und ein anderes Mal deutlich länger ausfällt.
Während der Menstruation ist eine Schwangerschaft zwar weniger wahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Da der Zyklus jeder Frau unterschiedlich verläuft und Faktoren wie die Zykluslänge, die Blutungsdauer oder der Zeitpunkt des Eisprungs die Fruchtbarkeit beeinflussen können, ist eine Schwangerschaft während der Menstruation theoretisch möglich.
Besonders bei kürzeren Zyklen oder einer längeren Periode kann es vorkommen, dass sich die fruchtbaren Tage und die Periodenblutung überschneiden. Da Spermien mehrere Tage im Körper überleben können, besteht die Möglichkeit, dass sie auf eine frühzeitige Eizellreifung treffen. Im Durchschnitt liegt das fruchtbare Fenster zwischen dem 11. und 21. Zyklustag, doch Abweichungen sind jederzeit möglich. Wer am Ende der Periode ungeschützten Geschlechtsverkehr hat, kann daher schwanger werden, wenn der Eisprung kurz darauf erfolgt.
Das Ende der Menstruation ist ein natürlicher Abschnitt im Leben jeder Frau, der durch die hormonellen Veränderungen während der Wechseljahre eingeleitet wird. Mit zunehmendem Alter nimmt die Aktivität der Eierstöcke ab, sodass weniger Östrogen und Progesteron gebildet werden. In der Folge kommt es zunächst zu unregelmässigen Zyklen, schwächeren Blutungen oder auch längeren Pausen zwischen den Perioden. Dies sind typische Anzeichen dafür, dass die fruchtbare Phase langsam ihrem Ende entgegengeht.
Von der Prämenopause bis zur Postmenopause durchläuft der Körper mehrere Phasen, in denen sich die Regelblutung nach und nach verändert, bis sie schliesslich ganz ausbleibt. Als Menopause bezeichnet man die letzte Regelblutung, die rückblickend festgelegt wird, wenn eine Frau über einen Zeitraum von zwölf Monaten keine Blutung mehr hatte. Im Durchschnitt tritt dieser Zeitpunkt um das 51. Lebensjahr ein, kann jedoch individuell früher oder später erfolgen.
Danach beginnt die Postmenopause, in der die Hormonproduktion endgültig auf ein Minimum gesunken ist und die Menstruation dauerhaft nicht mehr stattfindet. In seltenen Fällen können nach dieser Zeit noch einmal Blutungen auftreten, die ärztlich abgeklärt werden sollten. Es gibt auch Frauen, die deutlich früher in die Wechseljahre kommen und entsprechend schon vor dem 40. Lebensjahr ihre letzte Periode erleben.
Die Menstruation ist ein natürlicher Prozess, der viele körperliche und emotionale Veränderungen mit sich bringt, jedoch oft tabuisiert wird. Durch eine offene Enttabuisierung und mehr Aufklärung können menstruierende Mädchen und Frauen leichter Hilfe annehmen und einen bewussteren Umgang mit dem eigenen Körper entwickeln.