Nagelbettentzuendung

Das kann schnell sehr schmerzhaft werden

Eine Nagelbettentzuendung mag zunaechst als kleine Unannehmlichkeit erscheinen, kann sich aber schnell zu einer schmerzhaften und belastenden Erkrankung entwickeln. Unscheinbare Ursachen wie kleinste Verletzungen oder Infektionen reichen aus, um eine Kettenreaktion in Gang zu setzen, die schwerwiegende Folgen haben kann. Doch wie kann eine Nagelbettentzuendung rechtzeitig erkannt und behandelt werden?

Nagelbettentzuendung: Was ist ein Panaritium?

Panaritium, auch Nagelbettentzuendung genannt, ist eine schmerzhafte Entzuendung des Weichgewebes an den Finger- oder Zehenkuppen. Unsere Naegel sind taeglich vielen Belastungen wie Temperaturschwankungen, Feuchtigkeit, Trockenheit und mechanischer Reibung ausgesetzt.

Die Naegel bestehen aus Nagelplatte, Nagelbett, Nagelfalz und Nagelwall. Die Uebergangsbereiche zwischen diesen Strukturen und der umgebenden Haut sind besonders infektionsgefaehrdet. Bei einer Verletzung der Nagelhaut oder des Nagelwalls koennen Bakterien oder Pilze eindringen und eine Entzuendung verursachen. Diese kann sich rasch ausbreiten und ist nicht nur schmerzhaft, sondern kann falls unbehandelt auch zu Komplikationen fuehren.

Man unterscheidet akute und chronische Formen, wobei die akute Entzuendung auch ohne besondere Risikofaktoren auftreten kann, waehrend die chronische Form haeufiger bei Menschen mit geschaechtem Immunsystem oder bei regelmaessigem Kontakt mit hautschaedigenden Substanzen auftritt.

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  • Menschen mit sehr trockener Haut, Neurodermitis oder Diabetes sind anfaelliger fuer Nagelbettentzuendungen, da diese Erkrankungen die Hautbarriere schwaechen und die Wundheilung beeintraechtigen koennen.
  • Frauen erkranken haeufiger an Nagelbettentzuendungen als Maenner, da sie haeufig intensivere Manikuere- und Pedikuerebehandlungen durchfuehren, die das Verletzungsrisiko erhoehen.
  • Auch das Kauen an den Naegeln erhoeht das Risiko einer Nagelbettentzuendung, da durch das ständige Kauen Bakterien in das Nagelbett gelangen koennen. Die haeufigsten Erreger einer Nagelbettentzuendung sind Bakterien wie Staphylokokken und Streptokokken, seltener Pilze und Viren.

Wie sieht Chronische Nagelbettentzuendung (Paronychie) aus?

Die chronische Nagelbettentzuendung, auch Paronychie genannt, aeussert sich haeufig durch eine anhaltende Reizung und Entzuendung der Haut um die Naegel. Im Gegensatz zur akuten Form sind die Schmerzen bei der chronischen Paronychie meist weniger ausgepraegt. Stattdessen fallen vor allem anhaltende Roetungen, Schwellungen und Verfaerbungen der betroffenen Naegel auf. Die Nagelplatte kann gelblich oder gruendlich schimmern und es kann zum Ausfluss aus dem Nagelbett kommen.

Im Verlauf der Erkrankung sind oft nicht nur ein, sondern mehrere Naegel von der Entzuendung betroffen. Besonders auffaellig ist, dass die umgebende Haut gereizt und entzuendet erscheint, wodurch die Naegel empfindlicher gegenueber aeusseren Einflussen werden. Bleibt die chronische Paronychie unbehandelt, kann es zu Stoerungen des Nagelwachstums kommen, wodurch die Naegel zusaetzlich geswaecht und anfaelliger fuer weitere Schaedigungen werden.

Was sind die Ursachen für Chronische Nagelbettentzuendung (Paronychie)?

Eine chronische Nagelbettentzuendung kann durch verschiedene Faktoren beguenstigt werden. Ein haeufiger Ausloeser ist der wiederholte Kontakt mit Wasser, Seifen, Reinigungsmitteln, Chemikalien oder bestimmten Lebensmitteln, welche die Haut um die Naegel schwaechen und anfaelliger fuer Infektionen machen. Besonders gefaehrdet sind Berufsgruppen wie Hausfrauen, Koeche, Barkeeper und Fischverkaeufer, die regelmaessig mit diesen Substanzen arbeiten.

Auch Menschen mit bestehenden Hauterkrankungen wie Ekzemen oder Schuppenflechte haben ein erhoehtes Risiko, da ihre Haut bereits vorgeschaedigt ist und leichter entzuendlich reagiert. Auch ein geschaechtes Immunsystem kann dazu fuehren, dass eine akute Nagelbettentzuendung in eine chronische Form uebergeht, da der Koerper Infektionen schlechter abwehren kann.

Wie beugen Sie Nagelbettentzündungen vor?

regelmässige Nagelpflege
Hände bei der Arbeit schützen
Feuchtigkeit vermeiden
mehrere Massnahmen kombinieren
keine speziellen Vorsichtsmassnahmen
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Nagelbettentzuendung an Finger oder Zeh: Was hilft?

Die Behandlung einer Nagelbettentzuendung an Fingern oder Zehen haengt stark vom Schweregrad der Entzuendung ab. Sind die Beschwerden noch mild und die Entzuendung im Anfangsstadium, kann man versuchen, die betroffene Stelle selbst zu behandeln.

Bessern sich die Beschwerden jedoch nicht innerhalb von zwei bis drei Tagen oder werden sie sogar schlimmer, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Dies ist besonders wichtig, wenn sich am Nagelwall ein eitriger Abszess gebildet hat.

Ist die Entzuendung durch Bakterien oder Pilze verursacht, koennen spezielle Medikamente wie Antibiotika oder Antipilzmittel notwendig sein, um die Erreger gezielt zu bekämpfen. Bei einem bereits bestehenden Abszess kann ein kleiner chirurgischer Eingriff erforderlich sein, um den Eiter abzulassen.

Welche Hausmittel eignen sich zur Behandlung einer Nagelbettentzuendung?

Nicht jede Nagelbettentzuendung muss aerztlich behandelt werden. Oft koennen schon einfache Hausmittel die Beschwerden deutlich lindern. Eine der ersten Massnahmen ist es, den betroffenen Finger oder Zeh ruhig zu stellen, hoch zu lagern und zu kuehlen, um die Schwellung zu reduzieren. Auch Hygiene ist wichtig. Die entzuendete Stelle sollte nicht unnötig beruehrt und mehrmals taeglich gruendlich mit Seife gereinigt werden.

Zur Linderung koennen auch Baeder in lauwarmem Wasser hilfreich sein. Das Wasser kann mit Kernseife, Kamille oder Arnika versetzt werden, um die entzuendungshemmende Wirkung zu verstaerken. Solche Baeder sollten etwa fuenf bis zehn Minuten dauern und koennen zwei- bis dreimal taeglich durchgefuehrt werden. Kaliumpermanganatloesungen aus der Apotheke, die dem Wasser zugesetzt werden, wirken zusaetzlich desinfizierend und entzuendungshemmend.

Bei einer eitrigen Nagelbettentzuendung ist es jedoch besonders gefaehrlich, selbst Hand anzulegen und die Eiterblase aufzustechen oder das Nagelbett aufzuschneiden, da dies das Infektionsrisiko erhoehen und die Ausbreitung der Entzuendung im Koerper beguenstigen kann.

Ergaenzend zu diesen Massnahmen koennen in der Apotheke erhaeltliche Salben wie Povidon-Jod-Salben, Zugsalben oder Zinksalben verwendet werden. Sie wirken antiseptisch, entzuendungshemmend und foerdern die Wundheilung. Es empfiehlt sich, die Salbe grosszuegig aufzutragen und die betroffene Stelle mit einem Verband zu schuetzen, der regelmaessig gewechselt werden sollte, insbesondere nach einem Handbad.

Wann muss eine Nagelbettentzuendung vom Arzt behandelt werden?

Eine aerztliche Behandlung der Nagelbettentzuendung wird notwendig, wenn die Entzuendung trotz eigener Behandlungsversuche nicht innerhalb weniger Tage abklingt oder sich die Beschwerden verschlimmern. Auch wenn zusaetzliche Symptome wie Fieber oder Schuettelfrost auftreten, die auf eine Verbreitung des Erregers im Koerper hindeuten, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen.

In solchen Faellen ist der Hausarzt die erste Anlaufstelle, in schwereren Faellen kann auch ein Chirurg oder Hautarzt (Dermatologe) hinzugezogen werden. Zur Behandlung einer Nagelbettentzuendung sollten Therapien eingesetzt werden, die das entzuendete Gewebe heilen, die Ueberwaermung reduzieren und die Ausbreitung der Infektion auf den Knochen verhindern, insbesondere in schweren Faellen.

Wie man einer Nagelbettentzuendung vorbeugen kann: wirksame Tipps

  • Schneiden Sie Ihre Fingernaegel regelmaessig, damit sie nicht einwachsen oder abbrechen. Die Naegel sollten jedoch nicht zu kurz geschnitten werden, um Verletzungen zu vermeiden.
  • Feilen Sie Ihre Fingernaegel rund, aber nicht zu tief.
  • Die Zehennaegel sollten gerade geschnitten werden, um das Risiko eingewachsener Naegel zu verringern.
  • Vermeiden Sie es, das Nagelhaeutchen mit einer Schere zu durchtrennen; schieben Sie es stattdessen vorsichtig mit einem abgerundeten Schieber zurueck.
  • Weichen Sie Ihre Haende oder Fuesse in einem warmen Bad mit pflegenden Oelen ein, bevor Sie die Nagelhaut bearbeiten.
  • Bei Anzeichen einer Entzuendung ist Nagellack zu vermeiden.
  • Traegen Sie beim Umgang mit Chemikalien und bei der Gartenarbeit immer Schutzhandschuhe.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Schuhe gut sitzen und die Fuesse nicht einengen, um Druckstellen zu vermeiden.
  • Haende und Fuesse sollten trocken gehalten und mit rueckfettenden Cremes eingecremt werden, damit die Haut geschmeidig bleibt.
  • Desinfizieren Sie kleine Wunden im Nagelbereich sofort, um Infektionen vorzubeugen.
  • Kauen Sie nicht an den Naegeln; verwenden Sie bei Bedarf Bitterlacke aus der Apotheke.
  • Verwenden Sie immer saubere und geeignete Nagelwerkzeuge wie Scheren, Zangen oder Feilen.

Eine sorgfältige Nagelpflege und der Schutz vor Verletzungen können helfen, Nagelbettentzündungen zu vermeiden. Werden die Symptome frühzeitig erkannt, können gezielte Massnahmen die Heilung unterstützen und Komplikationen verhindern.