Die Wechseljahre sind eine natürliche Phase im Leben jeder Frau, die den Übergang vom fruchtbaren zum nicht mehr fruchtbaren Lebensabschnitt markiert. Medizinisch werden sie als Klimakterium bezeichnet. Sie umfassen die Zeitspanne, in der die Hormonproduktion der Eierstöcke allmählich zurückgeht. In diesem Prozess verringert sich insbesondere die Ausschüttung der Hormone Östrogen und Progesteron, sodass die Monatsblutung zunächst unregelmässig wird und schliesslich ganz ausbleibt.
Diese Umstellung vollzieht sich nicht plötzlich, sondern schrittweise über mehrere Jahre hinweg. Bereits ab Mitte 40 kann der Körper beginnen, weniger Geschlechtshormone zu bilden. Dies äussert sich zunächst darin, dass die Menstruationszyklen kürzer, länger oder unregelmässiger verlaufen, bis die Fortpflanzungsfähigkeit schliesslich vollständig endet. Mit der Menopause, also der letzten Regelblutung, ist der fruchtbare Lebensabschnitt abgeschlossen.
Während der Wechseljahre durchläuft der Körper der Frau eine Reihe tiefgreifender Veränderungen, die sich in verschiedenen Phasen vollziehen. Den Beginn markiert die Prämenopause, die in der Regel ab dem 40. Lebensjahr einsetzt. In dieser frühen Phase sinkt zunächst das Hormon Progesteron, während der Östrogenspiegel weitgehend stabil bleibt. Dieser hormonelle Wandel führt dazu, dass der Zyklus unregelmässig wird, die Blutungen stärker oder schwächer ausfallen können und auch Zwischen- oder Schmierblutungen auftreten können.
Die Jahre unmittelbar vor und nach der letzten Regelblutung werden als Perimenopause bezeichnet. Sie kennzeichnet die eigentliche Übergangszeit, in der die Menstruation unregelmässig wird und schliesslich ganz ausbleibt. Erst im Rückblick lässt sich eindeutig feststellen, wann die Menopause, also die letzte Regelblutung, eingetreten ist. Diese Phase ist oft von einer besonders intensiven hormonellen Umstellung geprägt, die sich sowohl körperlich als auch seelisch bemerkbar macht.
Im Anschluss beginnt die Postmenopause. Mit ihr geht die fruchtbare Zeit endgültig zu Ende und der Hormonhaushalt stellt sich auf ein dauerhaft niedrigeres Niveau ein. In dieser Phase lassen viele der typischen Begleiterscheinungen der Wechseljahre nach oder verschwinden ganz, während andere, die mit der geringen Östrogenproduktion zusammenhängen, sichtbarer werden können. Dazu zählen etwa Veränderungen von Haut, Schleimhäuten oder Muskeln, die durch die hormonelle Umstellung beeinflusst werden.
Bei manchen Frauen setzt dieser Prozess deutlich früher ein, nämlich bereits vor dem 40. Lebensjahr. In diesem Fall sprechen Fachleute von vorzeitigen Wechseljahren, was für die Betroffenen oft eine grosse emotionale Belastung darstellt.
Die Wechseljahre können von einer Vielzahl körperlicher und seelischer Beschwerden begleitet sein, die sich je nach Phase unterscheiden. Zu Beginn fallen oft Veränderungen des Menstruationszyklus auf, wenn die Blutungen in Dauer und Stärke unregelmässig werden. Parallel dazu treten häufig sogenannte vasomotorische Symptome auf: Hitzewallungen, die sich durch plötzlich einsetzende Wärme im Oberkörper und Gesicht äussern und von Hautrötungen und starkem Schwitzen gefolgt sein können. Viele Frauen erleben diese auch nachts, was den Schlaf erheblich stören kann.
Mit fortschreitendem Rückgang der Hormonproduktion kommt es zu weiteren Veränderungen. Die Schleimhäute im Intimbereich trocknen aus, was beim Geschlechtsverkehr schmerzhaft sein kann und Infektionen der Harnwege begünstigt. Auch trockene Augen oder Beschwerden der Blase sind möglich. Zudem nimmt die Stabilität des Beckenbodens ab, sodass Inkontinenz auftreten kann. Gleichzeitig führt der dauerhafte Östrogenmangel dazu, dass die Knochendichte sinkt und das Risiko für Osteoporose steigt. Gelenk- und Muskelschmerzen sind weitere mögliche Beschwerden.
Neben den körperlichen Veränderungen zeigen sich auch psychische Auswirkungen. Stimmungsschwankungen, Gereiztheit und eine erhöhte Anfälligkeit für depressive Verstimmungen gehören zu den häufig berichteten Symptomen. Bei vielen Frauen verändert sich in dieser Zeit auch die Sexualität, sei es durch Schmerzen, ein Nachlassen der Lust oder Schwierigkeiten beim Orgasmus. Hinzu kommt, dass sich der Stoffwechsel verlangsamt, was eine Gewichtszunahme begünstigt.
Die Ernährung kann tatsächlich spürbaren Einfluss darauf haben, wie Frauen die Wechseljahre erleben und wann diese einsetzen. Studien weisen darauf hin, dass bestimmte Essgewohnheiten mit einem früheren oder späteren Eintritt der Menopause in Zusammenhang stehen. So zeigte sich, dass eine Ernährung mit vielen Lebensmitteln, die den Blutzuckerspiegel stark ansteigen lassen, die Menopause im Durchschnitt um mehr als ein Jahr vorverlegen kann. Eine gute Versorgung mit Nährstoffen wie Vitamin B6, Vitamin D und Zink sowie der regelmässige Verzehr von Hülsenfrüchten und fettreichem Fisch können den Beginn hingegen hinauszögern.
Darüber hinaus lässt sich auch die Hormonbalance durch die tägliche Ernährung beeinflussen. Pflanzliche Lebensmittel wie Sojabohnen, Yamswurzeln, Leinsamen oder Hülsenfrüchte enthalten Phytohormone, die dem Körper dabei helfen können, natürliche Schwankungen im Hormonhaushalt auszugleichen. Diese Stoffe wirken ähnlich wie körpereigene Hormone und können dazu beitragen, Beschwerden wie Hitzewallungen oder Zyklusschwankungen abzumildern.
Eine Schwangerschaft ist in den Wechseljahren zwar seltener, aber noch möglich. Da die Eierstöcke zu dieser Zeit unregelmässig arbeiten, kann es trotz abnehmender Fruchtbarkeit zu einem Eisprung kommen. Dadurch wird eine sichere Einschätzung, ob eine Empfängnis noch eintreten kann, erschwert.
Medizinisch lässt sich die Wahrscheinlichkeit mithilfe von Bluttests und bildgebenden Verfahren einschätzen. So gibt beispielsweise der FSH-Wert, der allerdings Schwankungen unterliegt, Hinweise darauf, wie aktiv die Eierstöcke noch sind. Eine Ultraschalluntersuchung kann ergänzend zeigen, wie viele Eibläschen noch vorhanden sind, und somit die verbliebene Fruchtbarkeit grob einschätzen.
Da jedoch keine Methode als endgültig zuverlässig gilt, bleibt eine Restunsicherheit bestehen. Fachleute empfehlen deshalb, bis zu ein bis zwei Jahre nach der letzten Regelblutung weiterhin zu verhüten, wobei dies davon abhängt, ob die Menopause vor oder nach dem 50. Lebensjahr eingetreten ist. Wer Klarheit über seine persönliche Situation haben möchte, sollte ärztlichen Rat einholen.
Die Frage, ob Männer tatsächlich in die Wechseljahre kommen, wird häufig gestellt. Zwar sinkt mit zunehmendem Alter auch der Testosteronspiegel der Männer, jedoch deutlich langsamer und weniger abruptals der Hormonrückgang bei Frauen. Aus diesem Grund wird der Begriff „männliche Wechseljahre“ in der Wissenschaft kritisch betrachtet und ist nicht eindeutig anerkannt.
Unter der Bezeichnung „Andropause“ versteht man den schrittweisen Rückgang der männlichen Sexualhormone, vor allem des Testosterons. Dieser Prozess setzt meist ab dem mittleren Erwachsenenalter ein und kann verschiedene Veränderungen nach sich ziehen. Anders als bei Frauen bleibt der Hormonspiegel aber oft im Normbereich, sodass nicht jeder Mann spürbare Beschwerden entwickelt.
Trotzdem berichten manche Männer von Symptomen, die mit diesem hormonellen Wandel in Zusammenhang gebracht werden, wie nachlassende Energie, verminderte Libido oder Veränderungen von Stimmung und Körperzusammensetzung. Da es sich jedoch um einen allmählichen und individuell sehr unterschiedlichen Prozess handelt, lässt sich die Andropause nicht mit den Wechseljahren der Frau gleichsetzen. Fachlich wird daher eher von einem partiellen Androgendefizit des alternden Mannes gesprochen, von dem nur ein Teil der Männer betroffen ist.
Die Wechseljahre sind zwar mit Herausforderungen verbunden, bieten aber auch die Chance, den eigenen Körper neu zu entdecken. Mit Achtsamkeit und gezielten Massnahmen können Sie Ihre Beschwerden lindern und gestärkt durch diese Lebensphase gehen.
